China-Österreich: Die Wirtschaftsbeziehungen im Fokus

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Während die diplomatischen Beziehungen zu China vor 55 Jahren aufgenommen wurden, reichen die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Österreich und China noch weiter zurück. Heuer wird das 60-jähriges Jubiläum gefeiert.

1956 unterzeichneten beide Länder ein nichtstaatliches Handelsabkommen das den Grundstein für die wirtschaftlichen Beziehungen legte. 1964 schloss die Wirtschaftskammer Österreich ein Abkommen mit dem Chinesischen Rat zur Förderung des internationalen Handels (CCPIT). Zwei Jahre später, 1966 wurde mit dem AußenwirtschaftsCenter Peking das erste Büro in der Volksrepublik eröffnet.

1967 kam einer der ersten Großaufträge. Die Voest (heute Voestalpine AG) lieferte ein komplettes Stahlwerk, das in Taiyuan (Provinz Shanxi) errichtet wurde. Der Elektrotechnikkonzern Elin ist ein weiterer Pionier der österreichischen Wirtschaft in China, der zur Errichtung eines Kraftwerks in Majitang (Provinz Hunan) beitrug.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat ihr Netzwerk ausgebaut und ist neben Peking auch in Shanghai (seit 1994), Guangzhou (2007), Chengdu (2010) und weiterhin in Hongkong (seit 1961) vertreten.

Laut aktuellsten Daten des Aussenwirtschaftcenter Peking hat sich China 2025 zu Österreichs drittwichtigstem Handelspartner entwickelt und dabei die USA überholt. Das deutliche Handelsdefizit hat weiter zugenommen. Die Importe aus China erreichten über 17 Milliarden Euro und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fast 14 Prozent. Die österreichischen Exporte nach China gingen im gleichen Zeitraum leicht auf fünf Milliarden Euro zurück.

Österreichs wichtigste Exportgüter nach China sind Maschinen, Industrieanlagen, Fahrzeuge, Fahrzeugteile, Umwelt- und Energietechnologien sowie chemische und pharmazeutische Produkte. Aus China werden Elektronik, Konsumgüter und industrielle Vorprodukte importiert.

Rund 650 österreichische Unternehmen sind in China aktiv, schaffen dort rund 24.000 Arbeitsplätze und haben über 6,3 Milliarden Euro investiert. Demgegenüber stehen rund 50 chinesische Firmen und Banken mit Investitionen in der Höhe von rund drei Millionen Euro und etwa 3.000 Jobs in Österreich, vor allem in Wien.

Große chinesische Investoren in Österreich:

AVIC (Aviation Industry Corporation of China)
Der staatliche Rüstungs- und Flugzeugkonzern kontrolliert seit 2009 die Mehrheit am oberösterreichischen Flugzeugteilhersteller FACC mit Sitz in Ried.

CRRC (China Railway Rolling Stock Corporation)
Der größte Schienenfahrzeughersteller der Welt eröffnete 2016 seine Europaniederlassung an der Donau in Wien. Doch erst im vergangenen Jahr zog der Staatskonzern aus China seinen ersten Auftrag in Österreich an Land: die Westbahn hat vier Doppelstockzüge von CRRC in Betrieb genommen.

Wanfeng Aviation Industry (Teil der Wanfeng Auto Holding Group)
Ende 2017 wurde der niederösterreichischen Flugzeughersteller Diamond Aircraft mit Sitz in Wiener Neustadt vollständig durch Wanfeng Aviation Industry übernommen. Das Unternehmen ist in privater Hand, kooperiert aber eng mit dem Staat.

Während die Übernahme von Diamond Aircraft dem Unternehmen aus finanziellen Schwierigkeiten half und heute gut aufgestellt ist, war das bei ATB nicht der Fall. 2011 übernahm Wolong aus China den steirischen Elektromotorenhersteller. 2020 schickte Wolong ATB in die Insolvenz und verlagerte die Produktion von Spielberg nach Polen und Serbien. 360 Mitarbeiter verloren ihren Job. Gewerkschaften behaupten, dass ATB absichtlich heruntergewirtschaftet worden sei, um die Produktion in Niedriglohnländer zu verlagern. Allerdings stand ATB schon 2010 vor massiven Schwierigkeiten nachdem die Muttergesellschaft A-Tec des umstrittenen österreichischen Unternehmers Mirko Kovats in die Insolvenz schlitterte.

Auch heimische Industrieunternehmen planen Standortverlagerungen nach Ost- und Südosteuropa sowie Südostasien, wie eine Analyse des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII), des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) und der Österreichischen Nationalbank ergab. Die steigenden Importkonkurrenz aus China erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Standortverlagerungen und Beschäftigungsabbau in Österreich, so die Ergebnisse der Analyse, basierend auf Befragungen des WIFO der Industrie.

Große österreichische Investoren in China:

Voestalpine AG
Einer der größten österreichischen Investoren in China ist der Stahlkonzern Voestalpine AG, der als erstes österreichischen Unternehmen bereits 1967 betrat und ein ganzes Stahlwerk nach China lieferte. Heute konzentriert sich der Konzern auf hochwertige Nischenprodukte und technologische Lösungen, vor allem im Bereich Spezial- und Werkzeugstähle, Bahninfrastruktur- und Signaltechnik sowie Präzisionsbandstahl für industrielle Anwendungen. Vor kurzem konnte sich die Voestalpine einen Liefervertrag für Stahlprodukte an den chinesischen Elektroautohersteller BYD in Ungarn sichern.
Interessant ist, dass die voestalpine inzwischen auch von der Expansion chinesischer Unternehmen in Europa profitiert. So liefert sie beispielsweise Stahl an den chinesischen Elektroautohersteller BYD Company für dessen europäische Produktion in Ungarn.

Andritz
Auch der Anlagenhersteller und Technologiekonzern Andritz ist seit mehreren Jahrzehnten in China präsent. Die Kernbereiche Umfassen Papier- und Zellstoffindustrie, Metallverarbeitung, Wasserkraft und Umwelttechnologie. Anfang 2026 hat der Konzern die Mehrheit an Baoding Sanzheng Electrical Equipment, einem Spezialisten für industrielle Induktionserwärmungssysteme, übernommen.

AT&S
Der steirische Leiterplattenherstellen ist schon vor 25 Jahren nach China gegangen. In der 2002 eröffneten Produktionsstätte in Shanghai werden Leiterplatten für Computerchips von rund 3600 Mitarbeitern gefertigt. Die 2016 in Betrieb genommene Anlage in Chongqing produziert Substrate für Hochleistungsprozessoren, Computer, Rechenzentren, Gaming, 5G, Automotive und künstliche Intelligenz. Hier sind über 5000 Menschen beschäftigt.

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Weiterführende Links:

CCPIT - Chinesischer Rat zur Förderung des internationalen Handels

Aussenwirtschaftscenter der Wirtschaftskammer Österreich in China

Vereinigung chinesischer Unternehmen in Österreich https://www.vcuoe.at/

ACBA - Austrian Chinese Business Agency

AHKS - Austrian Hong Kong Society
Verein zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hongkong und Österreich

Advantage Austria in China Advantage Austria ist die Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Sie ist die erste Anlaufstelle österreichische und internationale Unternehmen.

ACEEA - Verein zum Austausch Österreichischer und Chinesischer Unternehmen

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